Lehrstellen verzweifelt gesucht
An der Beireis-Realschule in Helmstedt haben von 75 Schülerinnen und Schülern der drei zehnten Klassen bisher lediglich 6 eine Zusage für eine betriebliche Ausbildung sicher. Keiner der Ausbildungsbetriebe befindet sich im Landkreis Helmstedt.
Von den 75 Schülerinnen und Schülern haben 20 ihrem Halbjahreszeugnis nach den erweiterten Realabschluss und damit eine Option auf den Besuch der gymnasialen Oberstufe. Somit bleiben 49 Schülerinnen und Schüler die nicht wissen wie sie ihren Wechsel von der Schule in das Berufsleben gestalten sollen. Für den Großteil werden daher die Berufsbildenden Schulen die nächste Anlaufstation sein.
Laut Gunther Dörschlag, Realschullehrer für „Arbeit und Wirtschaft“, haben in den vergangenen Jahren nur ein Fünftel der Schulabgänger einen Ausbildungsplatz bekommen.
Claudius Nitschke, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Helmstedt, hingegen verwundern diese Daten, da Nachwuchs, vor allem in den Sparten Elektronik, Sanitär und Heizung, durchaus gesucht wird. Er fügt hinzu, dass bei Kfz-Mechatronikern vor Beginn grundsätzlich noch ein Jahr Berufsgrundbildungsjahr bevorsteht. Möglicherweise ist auch nur der Zeitpunkt noch zu früh, da gerade im Handwerk die Verträge kurzfristiger abgeschlossen werden.
Eine Schülerin der zehnten Klassen, die Hotelfachfrau werden will, schrieb 30 Bewerbungen woraufhin ihr 5 Praktikumsstellen angeboten wurden. Eine andere Schülerin aus Reinsdorf schrieb bereits 80 Bewerbungen an Steuerberater für eine Ausbildung als Steuerfachangestellte, bis sie schließlich eine Zusage in einem Braunschweiger Büro hatte.
Für Gunther Dörschlag stellt sich demnach die Frage, ob ein einfacher Realschulabschluss noch ausreicht um den Ansprüchen der Wirtschaft zu genügen oder gar die Schule fehlerhaft agiert. Seiner Aussage nach sollte die Wirtschaft, sofern sie fertige Leute braucht, sich die Zeit nehmen um den Nachwuchs auszubilden.
Diese Informationen fanden wir in:
Braunschweiger Zeitung, Helmstedt, 28.03.2008, Seite: H 1







